Mein erster Kontakt mit der syrischen Steppenraute (Peganum Harmala)

Frei von Gedanken mit der syrischen Steppenraute

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Bei meinen Recherchen der psychoaktiven Pflanzen stieß ich immerwieder auf das Thema Alkaloide,und beta-Carboline welche als MAO Hemmer im Körper tätig werden. MAO bedeutet Monoaminoxidase.

Dieser körpereigene Schutzmechanismus ist mit einem Filter zu vergleichen, der manche körperfremden Wirkstoffe von unserem Gehirn fern hält. Unter anderem ist dieser Vorgang dafür verantwortlich, dass wir von allzu reifem schweizer Käse nicht umfallen. Also eine sehr hilfreiche Schutzeinrichtung.

MAO ist des weiteren für den Abbau von oral eingenommenem DMT verantwortlich. Würde man also DMT (extrahiert oder in pflanzlicher Form) zu sich nehmen, so würde die MAO dafür sorgen dass nichts davon in unserem Gehirn – dort wird es aktiv – ankommt.

Manche Pflanzen sind recht reichhaltig an „reversiblen“ MAO Hemmern. Diese Pflanzen können die MAO für mehrere Stunden blockieren und die Blut-Hirnschranke für das DMT durchlässig machen.

Die syrische Steppenraute (peganum Harmala) enthält den Stoff Harmin und Harmalin (beta-Carboline) welches seit sehr langer Zeit als ein reversibler MAO Hemmer bekannt ist. Außerdem kann Harmin und Harmalin einigen Parasiten (z.B. Toxoplasma gondii) in unserem Körper sehr heftig zu leibe rücken.

Da mich beide Themen sehr stark interessierten (also reversible MAO Hemmer und eine Parasitanreinigung) experimentierte ich sehr behutsam mit der syrischen Steppenraute.

Über einen ausländischen Versandhandel bestellte ich einige Samen der peganum Harmala. Die Qualität schien sehr gut da sie Samen sehr bitter rochen und eine feste, gut getrocknete Konsistenz hatten.

Als Versuchsort entschied ich mich dafür in die Natur zu gehen. Ein Berg in der nähe, der sehr wenig Menschen anzieht, war meinem Gefühl zu folge genau die richtige Wahl für diese Pflanze.

Ich ging also auf den besagten Berg und nahm eine Dosis von 3 Gramm der syrischen Steppenraute mit mir.

Das Wetter war wunderbar. Sie Sonne schien, der Wind blies ganz leicht. Perfekt!

Ich ging einen Wanderweg entlang und kaute die sehr bitter schmeckenden Samen nach und nach bis ich eine Art Paste im Mund spürte. Der Geschmack war so bitter, dass es mir das Gesicht verzog. Zum Glück hatte ich mich darauf vorbereitet und etwas Wasser eingepackt. Ich nahm einen kleinen Schluck davon und ging weiter.

Nach einigen Minuten vernahm ich eine riesige Veränderung. Es war als ob meine Gedanken komplett schwiegen. Das war wirklich seltsam weil ich diesen Zustand normalerweise erst nach 20-30 Miuten Meditation erreiche. Zum Glück kannte ich diesen Zustand bereits. Andernfalls hätte ich es wahrscheinlich als etwas total unnatürliches empfunden.

Ich sah die Natur, die Bäume, die Wiesen, den Waldrand, die Rinder und konnte nicht über sie nachdenken. Sie waren einfach nur da. Ich war einfach nur da. Ein Beobachter der jetzt in diesem Moment wahrnimmt.

Es ist wirklich schwierig zu beschrieben was frei von Gedanken ist. Wie will man etwas mit Worten welche auf Gedanken basieren beschreiben? Es ist nicht machbar.

Danach stellte sich eine leichte Übelkeit ein die aber kein Erbrechen auslöste. Sie dauerte schätzungsweise 1-2 Stunden und ging danach genau so schnell wie sie kam.

In der gesamten Dauer der Bewusstseinsveränderung hatte ich das Gefühl, dass meine Arme und Beine federleicht wurden. Ich wurde wie vom Wind getragen. Das gehen erforderte keinen Aufwand. Es war als ob ich ein Teil der Atmosphäre wurde und mit dem Wind ging. Als ob ich bestandteil des Windes wurde. Ein angenehmes, wenn auch sehr ungewohntes Gefühl, welches von einigen Wellen der Kälte in Armen und Beinen begleitet wurde.

Interessanterweise verspürte ich ein unglaubliches Bedürfnis nach einer Zigarette. Ich rauche seit 12 Jahren nicht mehr und trotzdem hatte ich dieses Verlangen. Ich gab ihm nach und ging zur nächsten Tankstelle, welche sich gut 30 Minuten Fußmarsch entfernt befand. Ich bestellte eine Packung Tabak, Blättchen, Filter und ging zurück auf den Berg. Dort angekommen drehte ich mir eine Zigarette und rauchte sie ganz langsam.

Der Tabak schoss durch meinen ganzen Körper und verstärkte die Wirkung der syrischen Steppenraute um gefühlte 200%. Ich sah auf ein mal viel klarer. Hatte aber das Gefühl, dass ich mich übergeben musste.

Der Sonnenuntergang war so unglaublich schön, dass ich einfach nur da saß und das tägliche Wunder der Natur beobachtete.

Langsam kamen meine Gedanken wieder. Sehr stotterhaft wenn ich es irgendwie in Worte fassen soll.

Ich ging nach hause und legte mich ins Bett.

Die Nacht empfand ich so als ob ich 8 Stunden mit geschlossenen Augen nur dagelegen hätte. Trotzdem war es sehr erholsam. Am Morgen stand ich etwas „durch den Wind“ auf und begann den Tag mit einem Kaffee.

Ich würde dieses Erlebnis ganz klar der Leichtigkeit und dem Wind zuordnen. Seit dieser Erfahrung rauche ich eine Zigarette pro Tag. Warum? Das weiß ich nicht. Ich vermute, dass der wunderschöne Sonnenuntergang und der einzigartig wahrgenommene Moment, das Rauchen recht positiv konditioniert haben. Seltsamerweise berauscht mich der Tabak jedes mal wieder so wie an dem Tag der besagten Erfahrung.

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